Eine ordentliche Wohnung ohne unnötigen Schnickschnack – das wünschen wir uns doch irgendwie alle. Eine Methode, die dir dabei helfen kann, ist Swedish Death Cleaning. Aber was hat ein minimalistischer Lebensstil aus Skandinavien denn überhaupt mit dem Tod zu tun? 

Swedish Death Cleaning oder doch lieber Döstädning?

Aufräumen, aussortieren, ausmisten! In der Minimalismus-Bewegung ist das Reduzieren von Dingen in der eigenen Wohnung eine ziemlich große Sache. Das Aussortieren gehört beim Minimalismus zu den absoluten Basics. Du trennst hier das Wesentliche vom Überflüssigen. Belastender Krimskrams wird rigoros entsorgt, um sich ein wenig Platz in der Wohnung und somit ein befreiendes Gefühl im Kopf zu verschaffen.

Was genau ist Swedish Death Cleaning?

Seit ein paar Monaten habe ich immer mal wieder über eine mir völlig unbekannte (!) Aufräum-Methode, dem sogenannten Swedish Death Cleaning, gelesen und ich habe mich jedes Mal gefragt: Was steckt eigentlich dahinter?

In der schwedischen Tradition bedeutet „Döstädning“ so viel wie: die Kunst, die Dinge des Lebens zu ordnen.

Bei dem Prinzip des Swedish Death Cleanings geht es darum, Wesentliches von Unwesentlichem zu trennen und wirklich bewusst darüber nachzudenken, was man unbedingt behalten möchte und was tatsächlich weg kann. Klingt erst einmal total banal! Denn irgendwie sollte doch jedem von uns klar sein, welche Dinge er nicht mehr besitzen möchte. Also weg damit! Dennoch steckt hinter der schwedischen Aufräum-Methode aber auch der Gedanke, den ganzen Prozess der Entrümpelung nach seinem Tod nicht ausschließlich seinen Hinterbliebenen zu überlassen. Wir sollten bereits zu Lebzeiten selbst für Ordnung sorgen!

Die 80-jährige Autorin Margareta Magnusson schreibt in ihrem Buch über die Kunst des Döstädnings. Die Schwedin erklärt uns mit Hilfe des Swedish Death Cleanings nicht nur, wie wir unser Zuhause, sondern auch unser Leben in Ordnung bringen können. Ihre Botschaft an uns lautet:

Egal wie alt du bist, „Swedish Death Cleaning“ kann dir helfen, dein Leben zu entrümpeln und Bilanz zu ziehen, was wichtig ist.

In der heutigen Zeit sind wir fast alle in der Position immer mehr Dinge zu kaufen, die wir aber eigentlich gar nicht brauchen. Auch ich musste mehrmals die Erfahrung machen, dass ich öfter die Kontrolle über meinen unverhältnismäßig großen Konsum verlor. Erst durch radikales Aussortieren habe ich gelernt, die Dinge wertzuschätzen, die am Ende noch einen Platz in meiner Wohnung haben durften.

Wie funktioniert Swedish Death Cleaning?

Wenn du jetzt am liebsten direkt mit dem Aussortieren loslegen möchtest, aber noch nicht so genau weißt, mit welchem überquillenden Regal du überhaupt anfangen sollst, dann helfen dir diese fünf Schritte:

1. Immer von groß nach klein 

Im ersten Schritt solltest du dich auf die wirklich großen Dingen konzentrieren und dich erst danach mit Kleinigkeiten wie Deko, Fotos und Büchern beschäftigen.

2. Deine ganz persönliche Schatzkiste 

Die schönsten Erinnerungen verblassen niemals, denn du hast sie immer bei dir! Trotzdem kannst du persönlichen Gegenständen wie Liebesbriefe, Souvenirs und Tagebüchern einen eigenen Ort zuteilen – wie zum Beispiel eine kleine Kiste.

3. Suche dir Unterstützung

Die Dinge, die für dich keine Bedeutung mehr haben, sollten keinesfalls im Müll landen. Rede mit deiner Familie und deinen Freunden über deine Aufräum-Pläne. Sie unterstützen dich sicherlich gerne und können dir das ein oder andere Schmuckstück abnehmen.

4. Mache anderen eine Freude

Ich liebe es, wenn ich meiner Familie und meinen Freunden eine kleine Freude machen kann. Es muss auch nicht immer ein teures Geschenk aus der hippen Boutique sein. Verschenke die Dinge, die du nicht mehr brauchst. Wenn du niemanden findest, dem du deine Besitztümer geben kannst, verkaufe sie oder spende für wohltätige Zwecke. Hier gibt es viele Anlaufstellen wie Flüchtlingsheime, Kindergärten, wohltätige Einrichtungen etc.!

5. Öfter mal verzichten 

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Wir kaufen zu viel, obwohl wir nahezu alles im Überfluss besitzen. Bringe dir selbst bei, Dinge zu schätzen, ohne sie tatsächlich zu kaufen. Und falls du dir etwas Neues zulegen möchtest, stelle dir diese drei Fragen:

  1. Brauche ich das wirklich?
  2. Wo kommt es her und wer hat es gemacht?
  3. Habe ich Platz dafür?

Je weniger Zeug man hat, desto mehr Zeit bleibt fürs Leben.

Wenn du loslässt, schaffst du Raum für Neues. Sowohl in deinen eigenen vier Wänden, als auch in deinem Inneren. Wie war das noch gleich – new year, new chapter? Ich bin dabei!

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