Ich bin gerne allein! Manchmal muss die Welt eben draußen bleiben. Es hat tatsächlich viele Jahre gedauert bis ich mit dieser Erkenntnis so unverfroren umgehen konnte, wie jetzt mit fast 30. 

Ein Mensch ist nicht einsam, nur weil er gerne allein ist.

Ein Mensch kann viele Freunde und einen Partner in seinem Leben besitzen …

…. und trotzdem die Zeit nur mit sich wunderbar genießen. So jemand bin ich! 

Schon als Kind und Teenie habe ich die Zeit am liebsten mit mir alleine verbracht – daran hat sich bis heute absolut nichts geändert. Dabei meine ich nicht, dass ich nicht gerne mit meinem Partner zusammen bin oder meine Freunde partout nicht treffen möchte, es geht um die Momente dazwischen: Die wenige Zeit, die wir im Alltag haben, um sie mit Dingen zu füllen, die uns wichtig sind. Nun, ich bin mir selbst ziemlich wichtig! Natürlich unternehme ich auch gerne etwas mit meinen Mädels oder meiner Familie. Aber am allerliebsten bin ich mit meinem Mann und Ida einfach nur zu Hause und tüddel in der Wohnung so vor mich hin. Alleine shoppen gehen? Für mich absolut kein Problem … so kann ich mich ganz nach meinen Bedürfnissen richten, mache nur das, worauf ich Lust habe und Kompromisse? Welche Kompromisse? Gibt’s bei mir nicht.

Es ist völlig okay, gerne allein zu sein!

Verabredungen mit Freunden lege ich gerne in die Woche, damit ich am Wochenende die Zeit ganz für mich genießen kann. Mich stresst es total, wenn die freien Tage voller Termine sind. Kam ich dann am Montag ins Büro und meine Kolleginnen fragten mich, was ich denn so Schönes in den letzten Tagen gemacht hatte, dann ist „nichts“ sicherlich nicht die erwartete Antwort. Meine Mädels sind immer auf Achse, das bewundere ich, für mich wäre das aber nichts. Ich brauche meinen Ruhepol und lade am Wochenende meine Akkus auf.

Dass ich gerne allein bin, ist mir null peinlich – auch wenn ich den bedauernden Gesichtsausdruck meines Gegenübers sehr wohl zur Kenntnis nehme, wenn ich von meiner Wochenendplanung berichte. Nur weil ich das Alleinsein mag, bin ich doch nicht weniger glücklich! Ich bin auch nicht verzweifelt oder einsam. Im Gegenteil! Das ist doch alles Schwachsinn … ja, das Alleinsein ist schon so ein Phänomen, mit dem nicht alle Menschen zurechtkommen. Aber wieso?

Grundsätzlich würde doch jeder von uns Dinge alleine unternehmen, tun wir aber nicht – aus Angst peinlich zu wirken. Who cares? Mach das worauf DU Bock hast und wenn du alleine ins Kino gehen willst, dann schnapp dir deinen kuscheligsten Sweater und geh verdammt nochmal ALLEINE diesen neuen Film gucken!!! Nur weil keiner meiner Freunde Zeit oder Lust hat, verzichte ich doch nicht auf etwas, was ich unbedingt machen möchte?! 

In vielen Kulturen ist das Alleinsein ein wichtiger Prozess!

Die gesellschaftlichen Ansichten, dass der Mensch ein Herdentier sei und nur mit zahlreichen sozialen Kontakten glücklich wäre, sind leider weit verbreitet. Leider … früher oder später kann jeder von uns in die Situation des Alleinseins geraten. Daher sollten wir uns mit diesem Zustand das ein oder andere Mal auseinandersetzen. Achtung: Natürlich kann man das klassische Alleinsein nicht mit der Einsamkeit vergleichen!

Alleinsein ist ein Zustand, Einsamkeit eine Empfindung!

Ich wähle den Zustand des Alleinseins freiwillig und fühle mich dabei keinesfalls einsam. Es ist daher fatal zu denken, dass man die Einsamkeit nur mit sozialen Kontakten überwinden kann. Selbst in einer Partnerschaft können Menschen das Gefühl der Einsamkeit empfinden. Da ich nicht in die Sparte des Hobbypsychologen abdriften möchte, bleibt mit nur eins zu sagen: Alleinsein ist cool, solange man sich aus freien Stücken dafür entscheidet!

Geh‘ raus in die Welt und hab keine Angst vor dem eigenen Selbst – auch wenn es bedeutet, dass du die Zeit ab und zu mal alleine verbringst!


Fotos: Yana Schicht

Der Artikel wurde von mir bereits am 25.02.2018 hier auf Cosmopolitan.de veröffentlicht.

4 comments

Reply

Über den Wochenend-Abschnitt musste ich schmunzeln, er erinnert mich an die Reaktionen, die ich früher auf mein „nichts“ erhalten habe. Dieses zögerliche „aha“ und das nachdenklich-mitfühlende Stirnrunzeln… :D
Jetzt, mit Kind, ist es etwas anders, da ja tatsächlich immer etwas ansteht (auch wenn es nur Lego spielen ist). Allerdings sind die Leute immer noch fassungslos, wenn sie hören, was ich in meiner kinderfreien Zeit mache: zuhause bleiben ;)

Oh ja, ich wusste immer, was mein Gegenüber nach dieser Aussage dachte und manchmal war es mir tatsächlich auch ein wenig peinlich und unangenehm, dass ich am Wochenende gerne für mich zu Hause die Zeit verbracht habe. Mit Kindern ist das natürlich ein ganz anderer Schnack – hier ist man ständig unterwegs. Dennoch sollte die kinderfreie Zeit ruhig alleine zu Hause genossen werden ;)

Reply

Ich bin auch gern allein mit mir selbst, solange das selbst gewählt ist. Einsam möchte ich nicht sein.

Schöner Bericht und wunderbare Fotos!

Liebe Grüße

Birgit

Da hast du vollkommen Recht! Natürlich sollte man unbedingt zwischen Alleinsein und Einsamkeit differenzieren – das möchte ich nämlich auch nicht sein!

Liebe Grüße
Carolina

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