Seit genau 1 Jahr, 1 Monat und 1 Woche sind wir nun verheiratet – das sind 403 Tage und am liebsten würde ich gleich noch einmal mein Brautkleid anziehen und das Tanzbein schwingen. Denn tatsächlich hängt das schöne Stück seither in meinem Kleiderschrank, davon trennen konnte ich mich bisher noch nicht. Aber um dieses Trauerspiel soll es jetzt (noch) nicht gehen. Als wir uns damals entschieden haben, dass wir uns trauen ;) stand für mich direkt fest: Ich möchte keine pompöse Hochzeit mit Kutsche, Schleier und Prinzessinnenkleid. Dies war mir a) nicht nur zu kitschig, sondern auch b) viel zu kostspielig. Klar, es soll zwar der vermutlich schönste Tag im Leben werden, aber dafür wollte ich mich nicht verschulden oder einen Haufen Kohle zum Fenster rausschmeißen. Deshalb haben wir versucht herauszufinden, was für uns besonders wichtig ist und in welchen Kategorien wir sparen können. Außerdem habe ich die komplette Dekoration samt Blumen selbst gemacht. Wir haben uns lediglich einen fast leeren „Raum“ gemietet und den Rest in Eigenregie arrangiert.

Am Ende war die Hochzeit trotzdem kein Schnäppchen, aber wir haben so viel Liebe in die Details gesteckt und das war der ganze Stress auf jeden Fall wert. Ich habe euch einmal alle wichtigen Fakten und Tipps aufgeschrieben, vielleicht ist für den einen oder anderen eine tolle Idee dabei!

Im ersten Teil dieser kleinen Serie „Wedding Vibes“ soll es um die Vorbereitungen bezüglich Standesamt gehen. Da wir in einem anderen Stadtteil, in dem wir nicht wohnen, geheiratet haben, galt es hier einige Kleinigkeiten zu beachten.

Standesamt: Termin

Wenn ich irgendwann heiraten sollte, dann auf jeden Fall im schönsten Standesamt Hamburgs: in Altona. Das denken sich aber leider auch gefühlt 50.000 andere potentielle Brautpaare. Hier einen Termin zu bekommen gleicht einem Lottogewinn und selbst der wäre oftmals sogar noch wahrscheinlicher. Im Gegensatz zu anderen Standesämtern in der Hansestadt muss man sich dort den gewünschten Termin auf den Tag genau ein Jahr im Voraus telefonisch reservieren. Wir haben am 6. Juli 2018 geheiratet und mussten demnach am 6. Juli 2017 dort anrufen und darauf hoffen, dass wir noch einen Slot abbekommen. Anfangs war ich noch guter Dinge – kann ja nicht so schwer sein … Ha! Denkste. Zum Glück hatten wir kein direktes Wunschdatum, welches es unbedingt sein sollte, die Enttäuschung nach den ersten 300 Anrufen (und nein, das ist nicht übertrieben) war somit nicht allzu groß.

Standesamt Hamburg-Altona - hejFROLLEIN

Generell kann man sich im Standesamt in Hamburg-Altona ab 9 Uhr telefonisch für einen Termin anmelden, WENN man denn überhaupt durchkommt. Ich habe mich bereits vor 9 Uhr eingewählt und es war ständig besetzt. Um 9:10 Uhr kam ich dann endlich durch – alle Termine weg. Mega! Da ich aber unbedingt dort heiraten wollte, musste mein Mann sich zusätzlich einwählen und schlussendlich hat er dann auch einen Termin bekommen, weil er das Telefon einfach penetrant hat klingeln lassen – seit 8:30 Uhr.

Hier lohnt es sich also wirklich hartnäckig zu bleiben und alle Geschütze aufzufahren. Allerdings muss ich auch sagen, dass man in Altona wohl eher aus optischen Gründen heiratet. Das Standesamt ist sehr schön, aber die Zeremonie an sich ist wenig persönlich und recht kurz. Ich glaube, wir waren gerade einmal 15 Minuten drin.

Auch haben wir uns vor der Trauung nicht ein einziges Mal mit der Standesbeamtin getroffen und private Dinge besprochen. Wer also großen Wert auf eine schnulzige Hochzeit legt, ist hier leider nicht ganz an der richtigen Adresse. Für uns war die Trauung aber perfekt und auch die Standesbeamtin war nett, witzig und hat schöne Worte gefunden.

Standesamt Hamburg-Altona
Platz der Republik 1
22765 Hamburg

Info: Die Termine sind auf den Tag genau ein Jahr im Voraus – ausschließlich telefonisch reservierbar. Diese Terminreservierung erfolgt über die Termin-Hotline 040/42811-2011 (Mo – Fr, 9 – 10 Uhr).

Standesamt: Anmeldung

Hat man dann endlich einen Termin ergattert, bekommt man von dem Standesamt eine Mail zur Bestätigung. Tja, wir nicht! Es kam und kam nichts. Ich habe natürlich schon wieder total Panik gehabt und meinen Mann genötigt dort anzurufen, schließlich hat er ja auch den Termin ausgemacht. Und was soll ich sagen: unsere Mailadresse war falsch hinterlegt. Nachdem das nun geklärt war, bekamen auch wir elektronische Post und einige Tage später auch auf dem Versandweg via Brief, wo der weitere Vorgang genau erklärt wurde.

In Altona kann man sich den Termin zwar ein Jahr im Voraus reservieren, anmelden kann man die Eheschließung aber erst maximal sechs Monate vorher. Sprich: Wir mussten im Januar 2018 zu dem Standesamt in unserem Stadtteil und dort die Ehe persönlich (sowie mit allen notwendigen Dokumenten) anmelden.

Natürlich war auch das wieder ein regelrechter Staatsakt, da mit unseren Unterlagen etwas nicht stimmte. Immerhin hatte ich mich bereits im Juli 2017 informiert, was wir alles für Dokumente benötigen und konnte anhand einer

Checkliste, die ich von der netten Dame in unserem Standesamt hier im Stadtteil erhalten hatte, vieles abhaken. Mein Mann ist nicht in Deutschland geboren, was beim Standesamt mit einem Drama gleichzusetzen ist.

Während ich nur einen Wisch von dem Standesamt aus dem Ort brauchte, in dem ich geboren wurde, musste mein Mann sämtliche Papiere, Ausweise etc. vorlegen (teilweise sogar im Original). Mein Mann ist mit zwei Jahren nach Deutschland gekommen und besitzt nur die deutsche Staatsangehörigkeit. Ein bisschen lächerlich war das schon und ich kann verstehen, warum viele Paare mit einem internationalen Background in Dänemark oder den USA heiraten.

Die Beamtin in unserem hiesigen Standesamt war aber sehr freundlich und hilfsbereit, so dass unsere Akte einige Tage später schlussendlich nach Altona verschickt wurde. Bezahlen tut ihr übrigens direkt bei Anmeldung der Eheschließung und nicht am Tag der Trauung. Die Gebühren halten sich in Grenzen und solange ihr nicht wollt, dass der Standesbeamte euch außerhalb des Standesamts traut, bleibt es in der Regel bei unter 100 Euro.

Standesamt - hejFROLLEIN

Standesamt: Ablauf

Wenn ihr eure Ehe in dem Standesamt angemeldet habt, in dem ihr gemeldet seid, bekommt ihr einige Tage/Wochen später Post aus dem Standesamt in Altona. Dann könnt ihr immerhin schon einmal sicher sein, dass alles geklappt hat. In dem Schreiben wurden wir darauf hingewiesen, wann die Trauung stattfindet und wo wir uns einzufinden haben. Wir hatten den Termin um 12:30 Uhr und ich meine, dass wir uns 10 Minuten vorher mit unseren Trauzeugen in einem Zimmer im Standesamt melden sollten. Welches genau, steht in dem Brief. Ganz wichtig: Ausweise nicht vergessen – das gilt auch für die Trauzeugen.

Vor der Trauung werdet ihr gefragt, wie viele Eheurkunden ihr haben möchtet und bezahlt diese dann gleich vor Ort per EC-Karte. Mehr Geld fließt an diesem Tag im Standesamt nicht.

Wir haben uns für zwei Eheurkunden in der Größe A5 entschieden und um die 30 Euro bezahlt. Alternativ werden die Urkunden mittlerweile aber auch in A4 angeboten. Für unser Stammbuch, was nicht zwingend notwendig ist, sind die Schriftstücke in A5 aber perfekt.

Standesamt: Trauung

Da man sich aufgrund der vielen Terminreservierungen vorher nicht mit dem/der Standesbeamten/Standesbeamtin trifft und wir auch bis kurz vor der Trauung nicht wussten, wer uns gleich gegenüberstehen wird, ist die Zeremonie nicht sehr persönlich, aber dennoch schön.

Als erstes ging die Standesbeamtin in den Raum, gefolgt von den Gästen und schließlich kamen wir. Sitzplätze gibt es für ungefähr 15 bis 20 Personen. Was aber kein Problem ist, da sich die restlichen Gäste für die 15 Minuten einfach hingestellt haben. Bezüglich der Personenanzahl habt ihr keine Beschränkung seitens des Standesamtes. Bei uns waren es um die 35 Gäste. Im Schreiben wird lediglich darauf hingewiesen, dass keine Lebensmittel geworfen werden dürfen (sowohl drinnen als auch draußen). Ebenso ist ein Sektempfang in den Räumen nicht erwünscht.

Da unsere Location fußläufig erreichbar war und wir uns für getrocknete Blüten als Konfetti zum Werfen entschieden haben, waren wir damit völlig fein. Mehr über unsere weltschönste Hochzeitslocation direkt auf der Elbe (kleiner Spoiler: es ist kein Schiff) erfahrt ihr in Teil 2 der „Wedding Vibes“ Serie.


Fotos: Yana Schicht

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